AKTUELLES KURATORIUM

Erinnerung an die Bücherverbrennung
16.05.2018

Erinnerung an die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933

am Dienstag, den 15. Mai 2018 um 20:00 Uhr
Elsbach-Haus Goebenstraße 3-7, 32052 Herford

Eintritt frei, um eine Spende für den Erhalt der Elsbach-Bibliothek wird gebeten.

Begrüßung: Friedel Böhse (Vorsitzender des Kuratoriums)

Helga Kohne und Dirk Strehl
geben einen Einblick in Leben, Denken, Handeln und das literarisches Werk Wegners.

Azize Karakuzu
sorgt mit ihrem Kanun für orientalische Klänge

Armin T. Wegner (1886-1978) war ein pazifistischer Schriftsteller, Autor von Reiseberichten, Novellen, Erzählungen und einer Lyrik, die bis heute berührt. Seine Sprache wird als hellsichtig, poetisch, sinnlich, mystisch und reell bezeichnet. Wie so viele meist jüdische Autoren wurde er Opfer der 'Säuberungsaktionen'. Am 10. Mai 1933 brannten auch seine Bücher.

Er aber widersetzte sich, schrieb im April 1933 einen Brief an Hitler und warnte ihn wegen der beginnenden Judenverfolgung und den Folgen daraus für das Deutsche Reich. Er wurde verhaftet und kam in mehrere KZs, bis ihm die Flucht nach Italien gelang, wo er sich in einem Dorf verstecken konnte.

Wegners pazifistische, politische und moralische Haltung rührte aus seiner tiefen Empörung im 1. Weltkrieg. Als Sanitäter in der Türkei wurde er Augenzeuge des Genozids an den Armeniern. Die Fotos und Berichte von Armin T. Wegner gehören bis heute zu den wichtigsten Dokumenten des Verbrechens. Von 1915 -1918 wurden im damaligen Osmanischen Reich 1,5 Millionen Christen, überwiegend Armenier, ermordet.

Flyer (PDF)


Fotoimpressionen von der Veranstaltung:

Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen

Fotos: Ute Pahmeyer

Nachruf Wolfgang Spanier
23.04.2018

Wir trauern um unseren Freund, Weggefährten und Mitstreiter

Wolfgang Spanier
30.1.1943 – 18.4.2018

Wir erlebten Wolfgang als einen sozial denkenden und handelnden Menschen mit Herz und Verstand, aufrecht, klarblickend, engagiert und beharrlich. Er war ein aufrechter Demokrat und Antifaschist, ein Kämpfer für Frieden, Freiheit und Menschenrechte.

In seiner offenen, humorvollen, warmherzigen, aber auch konsequenten Art, vermochte er viele Menschen für ein Eintreten gegen Rassismus und Rechtsextremismus zu gewinnen.

Seinem Engagement als Mitglied und Vorsitzenden des Kuratoriums verdanken wir wertvolle Ideen und Anregungen. Eine tückische Krankheit hat ihn aus dieser Arbeit gerissen.

Was uns bleibt, ist ihm zu danken, dass wir ein Stück seines Lebensweges mit ihm gehen konnten, um jetzt Abschied zu nehmen. Er wird uns fehlen.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinem engsten Freundeskreis.

Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V.
Friedel Böhse, Vorsitzender
Christoph Laue, Leiter der Gedenkstätte Zellentrakt


Foto: Ute Pahmeyer, 2014

Fotoimpressionen Begleitveranstaltung zu „Zwangsarbeit im Raum Herford“
11.04.2018

Fotoimpressionen von der Begleitveranstaltung zu „Zwangsarbeit im Raum Herford“:
Sowjetische Kriegsgefangene aus dem Stalag 326 in Stukenbrock und ihr Arbeitseinsatz in der Region -1941-1945

Am Dienstag, 10. April 2018 in der Galerie im Rathaus Hiddenhausen

Helga Kohne berichtete und erzählte die Geschichte Nikolaj Monaschkos, den sie in Odessa getroffen hat

Das Stalag 326 in Stukenbrock
Kurz nach dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941, nämlich am 7.Juli 1941 kamen die ersten Gefangenen, über 7.000 Menschen in Viehwaggons auf dem Bahnhof in Hövelhof an. Zu Fuß ging es dann nach Stukenbrock. Dort angekommen ging es auf ein eingezäuntes Areal von 450.000 qm. Es gab weder Baracken, noch Toiletten. Sie wurden nicht versorgt, aßen Baumrinde, Blätter von den Bäumen und Gras. Sie hausten unter freiem Himmel und in Erdhöhlen. Als erstes mussten Sie Unterkünfte für die Wachmänner und Wachtürme bauen. Danach ihre eigenen Baracken. Überlebende berichteten über das Leben, die Folter und das Sterben im Lager.

Russische Kriegsgefangen im Arbeitseinsatz in der Region
Auch die wirtschaftliche Ausbeutung der Gefangenen spielte eine große Rolle. Wer zu Arbeitseinsätzen abkommandiert wurde, musste wenigstens nicht an Hunger sterben. An Beispielen und Geschichten wird ihr Einsatz Z.B. bei der Reichsbahn, der Kleinbahn und der Stadt Herford dokumentiert.

Der Weg von Odessa nach Stukenbrock und zurück
In der Geschichte von Nikolaj Monaschko erfährt man, dass selbst Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren nach Stukenbrock verschleppt wurden. Er überlebte, weil die deutschen Arbeitgeber keine Kinder gebrauchen konnten. Mit weiteren 25 Kindern wurde er nach einer Übergangszeit im Stalag auf einen der Bethelschen Höfe in die Landwirtschaft gegeben. Dort mussten sie zwar arbeiten, erhielten aber täglich etwas zu essen. Nikolaj schilderte seinen Weg von Odessa nach Stukenbrock, berichtete über seinen Aufenthalt im Lager, die Arbeit in der Landwirtschaft und erzählte die Geschichte seiner Rückkehr in die Heimat.

Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen

Fotos: Ute Pahmeyer

Fotoimpressionen Ausstellung „Zwangsarbeit im Raum Herford“
28.02.2018

Fotoimpressionen von der Eröffnung der Ausstellung „Zwangsarbeit im Raum Herford“
Am 27. Februar 2018 in der Galerie im Rathaus, Rathausstr. 1, 32120 Hiddenhausen.

Grußwort: Ulrich Rolfsmeyer (Bürgermeister Hiddenhausen)
Einführung: Friedel Böhse und Helga Kohne (Kuratorium)

Die Ausstellung ist bis zum 13. April 2018 zu ff. Öffnungszeiten zu sehen:
Mo. 8-16 Uhr, Di. u. Do. 8-18 Uhr Mi. u. Fr. 8-13 Uhr

Kontakt und Anmeldung für Schulkassen und Gruppen:
Kuratorium Erinnern, Forschen und Gedenken e.V.
Rathausplatz 1
32052 Herford
05221/189-257
info@zellentrakt.de

Begleitveranstaltung:
Am 10. April, um 19:00 Uhr, hält Helga Kohne einen Vortrag über die russischen Kriegsgefangenen aus dem Stalag 326 in Stukenbrock: ihr Arbeitseinsatz in der Region und die Geschichte eines Jugendlichen aus Odessa.

Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen

Fotos: C. Laue

Presseartikel

Ausstellung „Zwangsarbeit im Raum Herford“
06.02.2018

In Kooperation mit der Gemeinde Hiddenhausen zeigen wir die
Ausstellung „Zwangsarbeit im Raum Herford“

vom 27. Februar – 13. April 2018
in der Galerie im Rathaus, Rathausstr. 1, 32120 Hiddenhausen

Öffnungszeiten:
Mo. 8-16 Uhr, Di. u. Do. 8-18 Uhr Mi. u. Fr. 8-13 Uhr

Kontakt und Anmeldung für Schulkassen und Gruppen:
Kuratorium Erinnern, Forschen und Gedenken e.V.
Rathausplatz 1
32052 Herford
05221/189-257
info@zellentrakt.de

Begleitveranstaltung:
Am 10. April, um 19:00 Uhr, hält Helga Kohne einen Vortrag über die russischen Kriegsgefangenen aus dem Stalag 326 in Stukenbrock: ihr Arbeitseinsatz in der Region und die Geschichte eines Jugendlichen aus Odessa.

Flyer (PDF)

Fotoimpressionen "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus"
29.01.2018

Fotoimpressionen der Veranstaltung zum

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2018
im Versammlungsraum der Synagoge Herford

Renée Claudine Bredt, Kuratorium (Begrüßung)
Matitjahu Kellig, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold (Gedenkworte und Musik)
Tim Kähler, Bürgermeister der Stadt Herford (Gedenkworte)
Michael Girke, Kuratorium (Einführung in den Film)

Die Kinder von Himmlerstadt - Ein Film von Elke Jonigkeit und Hartmut Kaminski

Der Film ist (teilweise) zu sehen unter https://www.youtube.com/watch?v=FTUWxqFTV1I und wird (kostenpflichtig) zum Download unter https://cpmediaload.com/download/1906.html bereitgestellt.

Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen

Fotos: Ute Pahmeyer

Presseartikel

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
24.01.2018

Kinder in Zamość (Stadtarchiv Zamość)

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein zum
Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Die Kinder von Himmlerstadt
Ein Film von Elke Jonigkeit und Hartmut Kaminski

Friedel Böhse, Vorsitzender des Kuratoriums (Begrüßung)
Tim Kähler, Bürgermeister der Stadt Herford (Gedenkworte)
Matitjahu Kellig, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold (Musik)
Michael Girke, Kuratorium (Einführung)

Samstag, 27. Januar 2018 19:00 Uhr
Synagoge Herford, Komturstr. 21, 32052 Herford

Am 27. November 2017 jährte sich zum 75. Mal der Beginn der „Aktion Zamość“. Mit ihr versuchte die deutsche Besatzung ab Ende 1942 in und um Zamość die polnische Bevölkerung zu vertreiben. Das Gebiet sollte mit Deutschen besiedelt, Zamość in „Himmlerstadt“ umbenannt werden. Vierzig Jahre danach, 1983, drehten die Filmemacher Elke Jonigkeit und Hartmut Kaminski einen Film über das Martyrium polnischer Kinder während der nationalsozialistischen Herrschaft. Der Film ist trotz seines Alters immer noch ein beeindruckendes Beispiel für das menschenfeindliche Handeln der Besatzer und das Leiden der Betroffenen.

„Ein Film, der das Elendslos von Säuglingen, Kleinkindern, Heranwachsenden zeigt, die verfolgt und ermordet wurden, weil sie einen Makel hatten: Sie waren Polen und keine Deutschen, waren in Zamość, einem Städtchen südöstlich von Lublin, geboren und gehörten damit nicht zum Kreis jener vermeintlich höher geborenen, die im Winter 1942/43 daran gingen, die alte Handels- und Residenzstadt, mit ihrem anmutigen Marktplatz aus dem 16. Jahrhundert, unter der Firmierung "Himmlerstadt" vom Reich aus zu besiedeln. Auf alten Photos hielten die Herren aus Deutschland Hof, Himmler posierte vor Barockfassaden und nahm Treppen in Besitz - harter Schnitt, und dann die Gegenbilder: Ausgemergelte Kinder, Stacheldrähte, ein Chor von Männern und Frauen, die überlebt hatten und die Namen ihres Passionsweges nannten, Zamość und Majdanek allen anderen voraus.“ (DIE ZEIT, 22.7.1983)

Flyer (PDF)

Stolpersteine für Herford - vorläufiger Abschluss der Aktion
09.05.2011

Gunter Demnig übergibt Bürgermeister Bruno Wollbrink symbolisch die letzten Stolpersteine für Herford – Bürgermeister Bruno Wollbrink: "Gedenken muss in der jungen Generation lebendig erhalten werden"

Herford, 5.5. 2011. Der Initiator des Gedenkprojektes Stolpersteine, Gunter Demnig hat Herfords Bürgermeister Bruno Wollbrink die vorerst letzten 47 Stolpersteine für Herford symbolisch überreicht. Anschließend begann der Kölner Künstler mit der Verlegung der Steine. Dabei setzte er nicht nur Steine für jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, sondern auch für Mitglieder anderer Opergruppen. Dazu zählen politisch und religiös Verfolgte, Kriegsdienstverweigerer und "Deserteure" sowie Euthanasieopfer aus Herford.

Damit ist die Verlegung von Stolpersteinen in Herford nach 2 ½ Jahren Dauer vorerst abgeschlossen. Im Dezember 2008 hatte der Stadtrat der Umsetzung des Gedenkprojekts in Herford zugestimmt. Insgesamt 123 Personen wurde durch die Stolpersteine gedacht, die alle privat finanziert wurden.

"Mein erster Dank gilt allen Spenderinnen und Spendern, die in so kurzer Zeit die Umsetzung dieses Projekt ermöglicht haben", erklärte Bürgermeister Bruno Wollbrink. Diese Anerkennung gelte im gleichen Maße dem Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken, dessen organisatorische Hilfe unverzichtbar gewesen sei. "Mit den Stolpersteinen haben wir nun eine bleibende und unübersehbare materielle Erinnerung in den Bürgersteigen unserer Stadt verankert. Das ist gut so. Es bleibt uns aber weiterhin die Aufgabe, das Gedenken insbesondere in der jungen Generation lebendig zu erhalten."

Zustimmung fand das Stadtoberhaupt bei Wolfgang Spanier, dem Vorsitzenden des Kuratoriums. Das Kuratorium plane daher die Herausgebe eines Gedenkbuches unter dem Titel "Jeder Name eine Geschichte" mit Texten zu allen Stolpersteinen. Dabei sollen die Patinnen und Paten der einzelnen Steine mit einbezogen werden. "Wir freuen uns aber über jeden und jede insbesondere aus der jüngeren Generation, die einen Beitrag zum Gelingen des Werkes beitragen wollen". Zur Koordination des geplanten Buches findet am 10. Juli um 16 Uhr ein erstes Treffen in der Gedenkstätte Zellentrakt statt.

Zugleich dankte Wolfgang Spanier auch der Stadtverwaltung für ihr Engagement. Insbesondere das Bürgermeisterbüro sei als erster Ansprechpartner und koordinierende Hand im Hintergrund eine wichtige Hilfe gewesen. Gemeinsam mit der Stadt sei man auch weiterhin bereit weitere Stolpersteine zu setzen. "Sollten weitere Opfer bekannt werden, für die eine Verbindung nach Herford nachweisbar sind, steht das Kuratorium als Ansprechpartner zur Verfügung."

Fotoimpressionen von der Verlegung und dem Rathausplatz

Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen Impressionen

Fotos: Ute Pahmeyer


Presseberichte

Abgeschlossene Ausstellungen und Projekte

Informationen und Materialien zu abgeschlossenen Ausstellungen und Projekten finden SIe jeweils unter Archiv, Materialien und Presseberichte.

© 2005 - 2009  |  Kuratorium  |  Rathausplatz 1  |  D-32052 Herford  |  Telefon: 0 52 21 / 18 92 57  |  E-Mail: info@zellentrakt.de